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Willkommen beim Dresdner Ruderverein e.V.

WANDERRUDERN

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3. Balaton-Wanderfahrt
von Andreas Frank (Text/Fotos)

KlappeBereits für das Jahr 2014 geplant, dann aber mangels Beteiligung und Quartieren abgesagt, nahmen wir das Projekt „3. Balaton-Wanderruderfahrt“ dieses Jahr wieder mit auf den Terminplan. Obwohl sich leider aus unserem Verein aus verschiedenen Gründen außer dem VL und seiner Kathrin wieder keine Mitfahrer fanden, wurde die Fahrt mit den Stationen Balatonlelle-Földvar-Siofok-Kenese-Alsoörs-Tihany und wieder zurück nach Balatonlelle, also eine Ostumfahrung des Balatons durchgeführt. Außer Marion Jendroßek (Albis Colonia RG Meissen) und Manfred „Don“ Gelpke (DRC) beehrten uns noch zwei liebenswerte und gestandene Ruderer aus Berlin mit ihrer Anwesenheit: Marianne Krappatsch und Detlef Pries, beide Pro Sport Berlin 24. Nach kurzer Bekanntmachung am Anreisetag - beide waren bereits eine Woche vor uns Dresdnern und Marion angereist - stellte sich heraus, dass Detlef Journalist i.R. ist. Was lag näher, als ihn zum Berichterstatter zu wählen. Hier nun das Ergebnis. Man erkennt den Profi!

Und nächstes Jahr am Balaton?

P1040094w„Und nächstes Jahr am Balaton“ ist der Titel eines DEFA-Films aus dem Jahre 1980. Das „ungarische Meer“, wie der See auch genannt wird, gehörte zu den beliebtesten Ferienzielen der DDR-Bürger. „Da kann man nicht rudern“, warnte ein Vereinskamerad in Erinnerung an einstige Urlaubstage und deutete mit der Hand an seiner Hüfte an, wie hoch die Wellen dort schlagen. „Balaton? Wo ist das?“, fragte dagegen eine Ruderin aus Wien, nicht gerade fern von besagtem Gewässer gelegen. Erst mit dem „Plattensee“ wusste sie etwas anzufangen.

Als Balaton-Kenner kann dagegen Andreas Frank vom Dresdner Ruderverein (DRV)

                      Ausichtskugel in Balatonboglar

gelten. Seit vielen Jahren Eigentümer eines bescheidenen Feriendomizils in Balatonlelle,organisierte er in diesem Jahr bereits die dritte Wanderfahrt auf dem größten See Mitteleuropas, der es - 77 Kilometer lang – immerhin auf eine Uferlinie von 195 Kilometern bringt. Sechs Teilnehmer aus Dresden und Berlin bildeten die Besatzung zweier C-Gig-Zweier mit Steuermann, als Siebenter und Landdienst im Bunde begleitete uns der sprach- und ortskundige Budapester Denes Szabo.

P1040077wErwartungsfroh riggerten wir eines heißen Juli-Tages die beiden Boote aus Dresden auf. Eine kurze Probefahrt ließ uns zuversichtlich auf den anderntags vorgesehenen Start blicken. Natürlich hätten wir gerne gleich den ganzen See umrundet, doch da Andreas bei den vorangegangenen Fahrten bereits den westlichen Teil des Balaton zwischen Keszthely und der Halbinsel Tihany erkundet hatte, stand diesmal der östliche Teil auf seinem Programm. Gut 100 Kilometer hatte er für sechs Rudertage geplant – genug Zeit, um auf unvorhersehbare Wind- und Wetterbedingungen reagieren zu können.

                                                                                               Aufriggern in Balatonlelle

Und das erwies sich schon am nächsten Tag als notwendig: Die Sturmwarnanlagen warfen ihre Blitze schneller als im Sekundentakt über den See: Rudern untersagt! Statt unserer Boote bestiegen wir kurz entschlossen ein Motorschiff, das uns quer über den Balaton nach Badacsony brachte, an den Fuß des gleichnamigen Berges, der - 440 Meter hoch – unmittelbar am Ufer aufragt und mit seinen Basaltfelsen ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Gegend bildet. P1040122w

Auf halber Höhe probierten wir uns in „Imres Borpince“ (Weinkeller) durch die Weine von umliegenden Hängen: Welschriesling, Blaustengler, Grauer Mönch, Muskateller … und zum Abschluss einen Eiswein. Wenn nicht Mut, so tranken wir uns wenigstens Zuversicht für das folgende Unternehmen an. Zumal die Blitzfrequenz der Signalanlagen gesunken war. Bei 45 Blitzen pro Minute ist ein Befahren des Sees erlaubt, sofern man sich nicht weiter als 500 Meter vom Ufer entfernt. Und das hatten wir ohnehin nicht vor.




                  Weinprobe in Imre´s Weinkeller

So nahmen wir am nächsten Morgen gleich zwei der ursprünglich geplanten Etappen in
Angriff und ruderten von Balatonlelle, am Südufer etwa in der Mitte des langgestreckten Sees gelegen, gen Osten. Nach vorangegangener Hitze hatte es sich merklich abgekühlt, zeitweise regnete es sogar und die Steuerleute begannen zu bibbern. Beim Wassersportclub in Balatonföldvar, vor dem neben etlichen Segelbooten auch ein paar stattliche Kirchboote lagerten, legten wir deshalb eine Picknick-Pause ein und warteten aufs Ende des Regens, bevor wir die Fahrt nach Siofok fortsetzten. P1040491wDas waren für den ersten Tag ganze 28 Kilometer. Mit dem Landdienstfahrzeug fuhren wir anschließend in unser Quartier, eine Pension in Balatonkenese, die uns für zwei Nächte beherbergte. Die Boote hatten wir nahe einer Gaststätte abgelegt, mit deren Wirt sich Andreas lange zuvor verständigt hatte, denn die Lagerung der Boote will rechtzeitig abgesprochen sein:

                                                         Riesenrad am Ufer von Siofok

Viele Uferabschnitte sind Privatgelände und in den Seglerhäfen sind Ruderer nur als zahlende Gäste willkommen. Zwar gibt es am Balaton tausende Segelboote, Wanderruderboote aber - in Ungarn „Kielboote“ genannt – sind wahre Exoten.

Am folgenden Morgen zurück in Siofok, ruderten wir zunächst in den Hafen der Stadt, wo wir die Schleuse zum Sio-Kanal erkunden wollten. Der 120 Kilometer langen Verbindung zwischen dem Balaton und der Donau mangelte es jahrelang an genügend Wasser. Wäre eine Passage inzwischen wieder möglich? Im Hafen aber wurde uns Halt geboten. Wohl sahen wir das Wehr, die Schleuseneinfahrt allerdings entdeckten wir erst später auf „Google Earth“.

P1040202wAlso weiter - ostwärts. Bei glattem Wasser ruderten wir am flachen Südufer entlang, an Hotels, Badestränden und Wochenendgrundstü cken vorbei, bevor die Uferlinie in weitem Bogen nordwärts schwenkt. Dort wird der See, der hier seine größte Breite von 14 Kilometern erreicht, von einem bis zu 80 Meter hohen

        Blick von unserem Hotel in Kenese auf den nächtlichen Balaton

Steilufer begrenzt. Dessen Wände scheinen in der Abendsonne gelb zu leuchten. Am Nachmittag, nach 24 Kilometern, erreichten wir unser Etappenziel und die Pension in Balatonkenese. Rechtzeitig, um noch ein Bad im See zu nehmen und den Abend in einem Weinlokal ausklingen zu lassen.

Anderntags wehte der Wind aus Nordost, für uns also ablandig, solange wir den nördlichsten Zipfel des Sees bei Balatonfüzfö ansteuerten, der in einen weiteren Jachthafen mündet. Von dort führte unser Kurs am Nordufer entlang jedoch nach Südwesten, in Wellenrichtung. Nahe an einem dichten Schilfgürtel ruderten wir vorsichtig nach Alsoörs, unseren nächsten Etappenort. Den P1040317werreichten wir schon zur Mittagszeit. Und da sich der Wind während unserer Pause an einem Strandbad legte, beschlossen wir angesichts unsicherer Wetterprognosen, gleich weiter zu rudern bis zum Jachthafen von Tihany. Auf der Halbinsel, die mehr als 5 Kilometer weit in den See hineinragt, hatte uns Andreas ohnehin für zwei Nächte eine Ferienwohnung gemietet. Die lag an einer Touristenmeile unweit der zweitürmigen barocken Abteikirche, die über der Halbinsel thront und ein weiteres Wahrzeichen des Balatons ist. Den Abend verbrachten wir jedoch nicht auf der überlaufenen Halbinsel, sondern auf dem Festland – wieder einmal in einem Weinlokal mit herrlichem Blick über den See.
                                                                         Historischer Bauernhof in Tihany

Da wir wieder zwei Etappen zu einer 32 Kilometer langen Tour zusammengefasst hatten, durften wir uns über einen Ruhetag freuen. Den nutzten wir für eine Landpartie nach Keszthely, ans Westende des Sees, wo wir neben dem Schlosspark ein Marzipanmuseum besuchten. Den Abend verbrachten wir dagegen in Balatonfüred, dem ältesten und größten Kur- und Badeort am Plattensee.

P1000602wNur noch eine Etappe stand uns bevor, es sollte die aufregendste werden. Denn um wieder in Balatonlelle zu landen, mussten wir den See überqueren. Das ist nur an seiner schmalsten Stelle möglich, zwischen Tihany und Szantod, parallel zu den Fähren, die in kurzen Abständen zwischen den Ufern pendeln.

Am Morgen herrschte noch Flaute. Als wir gegen 10 Uhr den Jachthafen verließen, kam etwas Wind auf und die Warnanlage wurde in Betrieb gesetzt: Stufe 1, nicht weiter als 500 Meter vom Ufer entfernen! Da die Molenköpfe der Fähranleger nur einen Kilometer voneinander entfernt liegen,

     Laci-Weinkeller in Dörgicse bei Balatonakali

sollte das kein Problem sein. Und tatsächlich querten wir den See ohne Probleme. Am anderen Ufer angekommen, sahen wir auch, dass die Signalanlagen ihren Betrieb einstellten. Die letzten etwa 20 Kilometer schienen zum Kinderspiel zu werden. Doch der Wind quer über den See frischte wieder auf. Im flachen Wasser des Südufers begannen sich die Wellen zu überschlagen, ohne dass die Warnanlagen irgendein Signal von sich gegeben hätten. Doch da die Ufer auf langen Strecken durch Steinschüttungen befestigt sind, schien es uns sicherer, in den nächsten Hafen einzufahren. Das gelang dem ersten Boot, das zweite strandete dagegen unsanft an den P1040359wSteinen der Hafenmole. Die Mannschaft blieb ohne Schaden, das Boot leider nicht. Für drei von uns war die Fahrt sieben Kilometer vor dem Ziel beendet. Schon eine Stunde später hatte sich der See wieder beruhigt und das erste Boot landete ungefährdet in Balatonlelle. Fazit: Man kann auf dem Balaton rudern – wenn der See es zulässt.

Trotz des etwas unglücklichen Endes war es eine hervorragend organisierte Fahrt, die nach dem Verladen der Boote am Abend beim Weinfest in Balatonlelle und anderntags mit einem Marktbesuch in Fonyod und einem Grillabend abgerundet wurde.

                                                                         Auf dem Weinfest in Balatonlelle

Nachtrag zum Rudern auf dem Balaton

Man kann natürlich auf dem Balaton rudern, wie bereits Berichterstatter Detlef schrieb. Aber nur mit folgenden Sicherheitsmaßnahmen:

  • Sollten Abdeckungen für die verwendeten Boote vorhanden sein, dann benutzt diese auch! Da das zweite Boot nicht über Abdeckungen verfügte, hatte ich die für unser Boot extra aus Polyester hergestellten und erfolgreich erprobten Abdeckungen zu Hause gelassen. Motto: Gleiche Chancen für alle! Ein fataler Fehler, wie sich später herausstellte.
  • Auch bei nicht eingeschalteten Signalanlagen aufmerksam Wind und Wellen beobachten und notfalls anlegen, bis sich die Situation geklärt hat. Unwetter ziehen unter Umständen (die mir seit ca. 50 Jahren bekannt sind) innerhalb von 5 Minuten auf. Bei einem Uferabstand von mehr als 200 Metern hat man kaum eine Chance, unbeschadet das Ufer zu erreichen.
  • Den Anweisungen des Steuermannes oder des Bootsobmannes ist unbedingt Folge zu leisten und möglichst sollte dafür ein Balaton-Kundiger dafür eingesetzt werden.
  • Andreas Frank

PS.: Wie schon erwähnt, waren Marianne und Detlef schon eine Woche vor uns in Ungarn. Sie nutzen diese Zeit, um sich den Velence-See in der Nähe von Budapest einmal näher anzusehen.
 

Abstecher zum Velencer See

Da zwei von uns Berlinern schon vor Beginn der Balatonfahrt am Ort waren, bot sich ein Abstecher zum Velencer See (Velencei-to) an. Oft als kleiner Bruder des Balaton bezeichnet (nicht aber mit dem Kleinen Balaton zu verwechseln, den es auch gibt), liegt er zwischen Budapest und dem Plattensee. Etwa 10 Kilometer lang, ist er rund 26 Quadratkilometer groß. Mehr als ein Drittel der Fläche wird jedoch von Schilffeldern eingenommen. Der westliche Teil des See, ein einziges großes Schilfdickicht, ist als Vogelschutzreservat unbefahrbar. In Agard jedoch, am Südufer, verleiht das gerade großzügig erweiterte Wassersportzentrum (http://vvsi.hu/sporteszkoz-berles) neben Kajaks und Canadiern auch ein oder zwei Kielboote, geklinkerte Zweier mit Steuermann, nicht gerade der neuesten Bauart, aber für eine Umrundung des Sees gut geeignet.

Der Velencer See gilt auch als der wärmste in Ungarn, abgesehen von Thermalseen. Im heißen Sommer 2015 aber spürte man kaum einen Temperaturunterschied zwischen dem Thermalbad und dem See von Velence, der im Durchschnitt wenig mehr als einen Meter tief ist.

Von Agard ruderten wir zunächst am Südufer entlang. Außerhalb der Badestrände wartet auch hier hinter jeder Schilfkante, hinter der man den offenen See vermutet, ein neues Röhrichtfeld. Im nordöstlichen Teil erstreckt sich an Berghängen die Stadt Velence. Und am Ufer steht der Zielturm der 2000-m-Regattastrecke, auf der schon manche internationale Kanu- oder Ruderregatta ausgetragen wurde. Auch sie wird zum See hin von einem Schilfgürtel begrenzt - und von anderswo in Ungarn seltenen Silberreihern bewacht. Gerade wurde ein Drachenbootrennen vorbereitet, doch auf der Außenbahn ließ man uns ungestört bis in die Startregion rudern. Kaum hatten wir die Strecke verlassen, gerieten wir aber wieder in ein dichter werdendes Schilflabyrinth und mussten die Rückfahrt antreten. Bis an den Rand des Vogelschutzgebietes bei Mohosz schafften wir es noch, bevor wir nach Agard zurückkehrten und das namenlose Boot wieder ablieferten. 25 Kilometer zeigte das GPS-Gerät schließlich an. Ein ertragreiches Wanderruderziel ist der Velencer See also nicht, aber wenn man schon mal im Lande ist …

Detlef Pries

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